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Sechstägige Ostsee-Reise nach MeckPomm mit Insel Rügen

Sechstägige Ostsee-Reise nach MeckPomm mit Insel Rügen

Tag 1 – Sonntag 08.05.2016 – Anfahrt nach Rostock

Am Muttertag steigen 40 reiselustige Frauen in den Bus – vor uns über 800 Kilometer mit Ziel Rostock in Mecklenburg-Vorpommern. Mit kurzweiligen Pausen – gekrönt vom leckeren und vielseitigen Mittagsvesperbuffet von Andrea –  unterhaltsamen Geschichten im Bus und frohen Liedern, ist die lange Fahrt gut erträglich und plangemäß treffen wir am frühen Abend im Hotel Sonne ein, ausgesucht von Reiseservice Vogt und zentral gelegen in der Stadt. Nach einem schmackhaften Abendessen freuen wir uns auf die nächsten fünf mit Programm gefüllten Tage, über die hier jeweils eine andere Teilnehmerin berichten wird.


Tag 2 – Montag, 09.05.2016 –
Stadtrundgang Rostock – Fischland Darß – Ahrenshoop

Ostsee ua 035Es ist 7:30 Uhr, die Sonne lacht und ein strahlend blauer Himmel verspricht ein perfektes Frühlingswetter. Nach einem ausgiebigen Frühstück vom reichlichen Frühstücksbüfett werden wir von unserer Reiseleiterin Christiane Labahn begrüßt, und sie führt uns durch eine traumhafte Stadt der Region Mecklenburg Vorpommern durchflossen von der Warnow. Rostock ist eine 900 Jahre alte Hansestadt mit Stadtmauer und 22 Stadttoren von denen noch 2 erhalten sind. Unser Rundgang beginnt am „Neuen Markt“, Teil der historischen Mittelstadt. Dieser wird dominiert vom Rathaus, in dem seit nunmehr 700 Jahren die Stadtverwaltung ihren Sitz hat. Das  Rathaus ist im Stil der Backsteingotik erbaut und gehört zu den auffallendsten Vertretern mittelalterlicher Baukunst. Ostsee ua 040

Das prunkvolle Bauwerk, das 1270 entstanden ist, setzt sich nicht nur aus gotischen, sondern auch aus barocken Stilelementen zusammen, die dem Gebäude ein unverwechselbares Aussehen schenken. Sieben imposante Türme krönen das von Arkaden verzierte Bauwerk, in dessen unterster Etage sich ein Ratskeller befindet. Das Wappentier Rostocks ist der Rostocker Greif (Adlerkopf und Löwenkörper). Wir gehen Rostocks Fußgängerzone entlang und bestaunen die zahlreichen prächtigen Bürgerhäuser aus der Renaissance und dem Barock. Die Marienkirche ist die Hauptkirche Rostocks. Hier befindet sich die elf Meter hohe  astronomische Uhr mit noch funktionsfähigem mittelalterlichem Uhrwerk. Der „alte Markt“ mit der Petrikirche ist Teil der einstigen Rostocker Altstadt. 117 Meter misst der Kirchturm, der ein idealer Orientierungspunkt für Seefahrer ist. Die Nikolai-Kirche ist eine der ältesten sakralen Bauwerke, wird heute aber nur noch für Konzerte genutzt, unter dem Kirchendach befinden sich Wohnungen. Ostsee ua 042Wir gehen weiter durch schmale Gassen und kommen am ehemaligen Katharinenkloster der Hansestadt Rostock vorbei, in dem sich heute die Hochschule für Musik und Theater befindet. Sehenswert ist auch die Universität, gegründet 1419, die älteste im Ostseeraum und die drittälteste Deutschlands. Ein Abstecher zum Hafen mit seinen aus rotem Backstein gemauerten alten Speichergebäuden und dem Verwaltungshaus der Aida-Cruises hat sich gelohnt. Der alte Stadthafen ist ein historischer Hafen am südlichen Ufer der Warnow und wird kaum noch als Hafen genutzt. Heute dienen die Liegeplätze vorwiegend für mittelgroße Passagierschiffe, Flussschiffe sowie für Yachten. Nach dieser sehr interessanten Erkundung der Hansestadt Rostock geht unsere Reise weiter in das Fischland Darß, eine beeindruckende Landschaft zwischen Bodden und Meer.Ostsee ua 059Ostsee ua 081

Wir fahren durch die Rostocker Heide, durch Mischwald und unsere Reiseleiterin Christiane weiß ganz viel über diese Region zu erzählen. In Wustrow, ein kleiner schöner Ort mit vielen reetgedeckten Häusern, machen wir einen kurzen Halt. Vom Kirchturm (den einige besteigen) hat man eine herrliche Aussicht auf Bodden und Ostsee und die Reetdächer. Wir fahren weiter nach Born – eingebettet in Wiesen und Wald – ein kleiner romantischer Ort,  über drei Kilometer lang. Entlang der Chausseestraße liegen die niedrigen Häuser mit ihren tief gezogenen Reetdächern und den weitgeschwungenen Gauben. Der nächste Ort ist Prerow, ein kleines Ostseebad mit einem der schönsten Strände der Ostsee, 5 km lang. Da von unserem Reisebufett noch einiges übrig ist, legen wir eine Vesperpause ein, bevor es weiter geht nach Ahrenshoop mit seinen Ortsteilen Althagen und Niehagen.  Ahrenshoop ist durch seine Künstlerkolonie bekannt geworden. Ahrenshoop erstreckt sich lang und hier erkennt man auch besonders gut die landschaftsbezogene Bebauung mit reetgedeckten Häusern. Auf der Boddenseite, im Ortsteil Althagen, befindet sich der Hafen des Ostseebades. Hier kann man Traditionssegler, die sogenannten Zeesenboote, entdecken.Ostsee ua 077Ostsee ua 075

Den Abschluss des Tages bildet ein Besuch im Bernsteinmuseum in Ribnitz-Damgarten. Hier bekommt man einen umfassenden Einblick in die Natur-, Kunst- und Kulturgeschichte sowie in die Verarbeitung des Bernsteins. Bernstein, auch als Gold des Meeres bezeichnet, ist ein fossiles Harz. Nach einer Führung durch das Museum und einer Schleifvorführung bleibt noch Zeit zum Einkaufen und Bummeln. Nach diesen vielen schönen Eindrücken kehren wir nach Rostock zurück und freuen uns auf ein köstliches Abendessen, ein 3 Gänge Menü.

Anne Andrae

 

Tag 3 – Dienstag, 10.05.2016 – Insel Rügen und Stralsund

Heute war frühes Aufstehen angesagt – es ging nach Rügen. Durch endlose Felder mit Raps und Wintergetreide und Buchenwäldern ging die Fahrt in Richtung Stralsund.

3.-Tag-Bild-03Unsere Fremdenführerin Christiane informierte uns darüber, dass in Zeiten der DDR ca. 100.000 Menschen in der Landwirtschaft arbeiteten, heute sind es nur noch ca. 20.000. Nach der Wende hatten viele auf Biogas gesetzt, jedoch wurde dies nicht so angenommen wie geplant, heute wird überwiegend Speiseöl aus Raps hergestellt. Mitten in den Feldern waren immer wieder Löcher zu sehen, so genannte Totenlöcher, auch Sölle oder blaue Augen genannt. Diese haben ihren Ursprung in der Eiszeit, jeder Versuch sie zuzuschütten scheitert. Ca. 35 % des Stroms wird mit Windenergie erzeugt.

Rügen ist die größte deutsche Insel. Sie liegt vor der pommerschen Ostseeküste und gehört zum Land Mecklenburg-Vorpommern. Das „Tor“ zur Insel Rügen ist die Hansestadt Stralsund. Die Insel, durch Rügendamm und Rügenbrücke über den zwei Kilometer breiten Strelasund mit dem Festland verbunden, hat eine maximale Länge von 52 km, eine maximale Breite von 41 km im Süden und eine Fläche von 926 km². Die Küste ist durch zahlreiche Meeresbuchten und Lagunen bzw. Bodden sowie vorspringende Halbinseln und Landzungen stark gegliedert. Im Juni 2011 verlieh die UNESCO dem für seinen gewaltigen Buchenbestand und die Kreidefelsen bekannten Nationalpark Jasmund auf Rügen den Status des Weltnaturerbes. Ostsee ua 115

Weiter ging es in Richtung Sassnitz. In Lietzow war links vom Bus der große und rechts der kleine Jasmunder Bodden, Wasser so weit das Auge reicht. In Sassnitz wartete schon unser Schiff „Nordwind“, mit dem es dann auf der Ostsee entlang der Kreideküste bis zum Königstuhl ging. Gut sichtbar waren auch die diversen Abbrüche an der Steilküste.

Ostsee ua 122Zurück in Sassnitz ging es dann mit dem Bus Richtung Binz. Durch die Bäume konnten wir einen Blick auf die berühmt-berüchtigte Prora erhaschen, geplant und gebaut von den Nazis. Später wurde sie in der DDR als Kasernengebäude genutzt. Heute werden die Gebäudekomplexe saniert, es gibt eine schöne Jugendherberge und man kann in Ferienwohnungen Urlaub am wunderschönen Sandstrand machen. Unser nächstes Ziel war Binz, bekannt durch seine wunderschöne Bäderarchitektur.

Und dann die Seebrücke –  sie entstand in Binz 1902 als 560 Meter langes Bauwerk aus Holz. Anlass für den Bau war das Bestreben der Gemeinde, den zu dieser Zeit überwiegend per Schiff ankommenden Besuchern das mühsame Umsteigen und Verladen des Gepäcks auf kleinere Boote zu ersparen. Mit Einweihung der Seebrücke am 22. Juli 1902 konnten nun auch größere Schiffe unmittelbar anlegen. Das Bauwerk erhielt eine elektrische Beleuchtung, für die der Strom mit Hilfe eine Dampfmaschine in der Nähe des Binzer Kurhauses erzeugt wurde. Außerdem gab es ein Restaurant am Brückenkopf. Bereits wenige Jahre später wurde der Bau in der Nacht vom 30. zum 31. Dezember 1904 bei einem Sturmhochwasser zerstört. 1906 entstand an derselben Stelle ein Neubau, der 1910 den Namen „Prinz Heinrich Brücke“ erhielt.3.-Tag-Bild-14

Am 28. Juli 1912 brach unter der Last der zahlreichen Besucher beim Anlegen eines Dampfers ein Balkon und riss 50 Menschen in das Wasser, 17 Menschen kamen dabei ums Leben. Als Konsequenz aus diesem Unglück wurde am 19. Oktober 1913 die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) gegründet.

Mit Eröffnung des Rügendamms 1936/37 und dem Ausbau des Straßennetzes auf der Insel verloren die Seebrücken an Bedeutung und wurden nun fast ausschließlich als Touristenattraktion genutzt. Mangelnde Werterhaltung und Verwitterung führten 1942 zum Einsturz des Bauwerks, welches auch in der Nachkriegszeit nicht wieder aufgebaut wurde. Erst nach der politischen Wende beschloss man den Neubau einer Seebrücke in Binz. Die neue 370 Meter lange Seebrücke wurde am 21. Mai 1994 eingeweiht. Sie ist 3 Meter breit und hat am Brückenkopf eine Wassertiefe von etwa 4 Meter. Heute dient sie als Anlegestelle für Ausflugsschiffe. Alljährlich findet hier das Brückenfest mit Höhenfeuerwerk statt.

3.-Tag-Bild-16Bei dem schönen Wetter konnte man schon etliche Urlauber am Strand finden, schön aufgereiht stehen die Strandkörbe für den Besucheransturm bereit.

Über die Landstraße ging es durch für uns etwas fremd klingende Orte wie Putbus, Kasnewitz, Poseritz und Gustow weiter in Richtung  Stralsund. Von Rügen bis an den Bodensee reicht die längste Deutsche Ferienstraße, die Alleenstraße. Ein kurzes Stück entführte Christiane unseren Fahrer und uns in ein Teilstück davon und man konnte erahnen, wie dicht das Laubdach über die Straße im Sommer ist.

Über die Rügenbrücke ging es nach Stralsund im Landesteil Vorpommern des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Stralsund ist eine Hansestadt und liegt am Strelasund, einer Meerenge der Ostsee und wird als Tor zur Insel Rügen bezeichnet.Ostsee ua 132

Bereits im Jahr 1234 erhielt Stralsund das Stadtrecht. Als Gründungsmitglied der Hanse kam die Stadt durch Freihandel zu Wohlstand, sie bildete ab 1259 mit anderen Städten den Wendischen Städtebund der Hanse. Die Altstadt mit ihren zahlreichen Baudenkmalen und besonders wertvollen Zeugnissen der Backsteingotik gehört seit 2002 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Bei einem Rundgang konnten wir einige dieser Baudenkmäler besichtigen.

Anschließend traten wir die Rückreise nach Rostock an. Ein herzliches Dankeschön an die immer kurzweilige und interessante Führung durch Christiane, die in lebendigen Bildern uns die Schönheit der Landschaft vermittelte und uns zwischendurch mit lustigen Geschichten zum Lachen brachte. Unser Busfahrer brachte uns sicher von einem Ziel zum anderen, manchmal durch enge Straßen und auf holperigem Pflaster.

Gisela Hofmann

 

Tag 4 – Mittwoch, 11.05.16 – Ostseebäder: Warnemünde und Kühlungsborn

Um 9.15 Uhr wurden wir von unserer Reiseleiterin Christiane Labahn abgeholt  und sind mit ihr zum Rostocker Stadthafen gewandert. Unterwegs gab sie uns am Stadtmodell einen Überblick über die Lage Rostocks und die  Sehenswürdigkeiten der Stadt. Ferner wurden wir auf alte Fischerhäuser und die „Museumszeile“ hingewiesen.

Um 10.30 Uhr bestiegen wir die „Rostock“, ein Schiff für Hafenrundfahrten, für die Fahrt nach Warnemünde. Wir fuhren auf dem Neuen Strom der Warnow. Zum Auftakt der Schiffsreise wurden wir vom Landfrauenverein mit Sekt und Orangensaft bewirtet.

Ostsee ua 135Der Kapitän erzählte uns in launiger Weise vom großen Rostocker Überseehafen. Er liegt am Neuen Strom der Warnow und ist einer der wichtigsten Fährhäfen Deutschlands. Fährverbindungen bestehen nach Schweden, Dänemark und Finnland. Die Fähren haben Namen wie Nils Holgerson, Tom Sawyer, und Huckleberry Finn. Bis zur Wende hatte die Werft  ca. 3000 Arbeiter. Rostock war der wichtigste Hafen der DDR. Die großen Werften und der Hochseehafen waren die wirtschaftlichen Motoren Rostocks. Heute ist der Hafen Rostocks umgebaut und modernisiert, einer der bedeutendsten Warenumschlags-, Kreuzfahrts- und Fährhäfen Deutschlands. Fischerei wird nach wie vor betrieben, ist aber nicht mehr von so großer Bedeutung. Die früheren Anlegestellen werden heute zum Holzumschlag benützt.

Es bestehen noch Werften, die Neptunwerft und die Warnowwerft. Die früheren Werfthallen sind heute in Einkaufszentren umgewandelt.

Auf der rechten Seite des Neuen Stroms befindet sich die Yachthafenresidenz „Hohe Düne“, eine riesige sehr vornehme Hotelanlage mit modernem Yachthafen. Zur Residenz gehören diverse Restaurants, Bars, Cafes und Wassersportangebote.

Der Überseehafen Rostocks befindet sich in der bauchigen Bucht namens Breitling.

Ostsee ua 139In Warnemünde lag die Anlegestelle unseres Schiffs beim Bahnhof. Durch die Bahnhofsunterführung kamen wir in die Stadt, das am Alten Strom gelegene Ostseebad Warnemünde. Ostsee ua 153Warnemünde war ursprünglich ein kleines, sehr altes Fischerdorf. Es gehörte seit dem 14. Jahrhundert zur Stadt Rostock. Ihre Einwohner waren ursprünglich Fischer und Matrosen, später auch als Lotsen und in der Seenotrettung beschäftigt. Der Ort bestand aus zwei Straßen der Vorder- und der Hinterreihe am Alten Strom. Erst mit dem Bädertourismus begann der Ort langsam zu wachsen. Unsere Reiseleiterin zeigte uns zunächst die Häuser auf der Bahnhofsseite des Flusses. In der Straße waren u.a. die Stände der Fischer, die bis 12 Uhr mittags ihren Fang verkauften. Anschließend überquerten wir den Alten Strom, dem ehemaligen Hafen Rostocks, auf der einzigen Brücke, die über die Warnow führte. Wir besichtigten die Fischerhäuser, deren Besitzer zu Anfang des Bädertourismus zur Straße und zum Fluss hin sogenannte Veranden anbauten, um Feriengäste aufnehmen zu können. Bis heute herrscht ein sogenannter „Verandenstreit“ weil die Stadtverwaltung erhebliche Steuern verlangt, die die Hausbesitzer nicht bezahlen wollen.

Ostsee ua 138Weiter gings mit unserer Reiseleiterin in eine kleine Straße mit Fischerhäusern. Die Häuser besaßen nach hinten einen kleinen Garten für Gemüseanbau. Meist besaßen die Fischer eine Ziege oder Kuh und einen Birnbaum. Zwischen den Häusern waren Durchgänge mit vorgeschriebener Breite, es musste eine Kuh durchgehen können. Die Fischerhäuser hatten oft eine beträchtliche Länge in  den Gartenbereich hinein. Es wurde je nach Bedarf  bei Familienzuwachs angebaut. Der Birnbaum war einst für die Behandlung von Krankheiten der Fischer sehr wichtig, weil kein Arzt im Ort wohnte und auch nicht zu erreichen war. Es gab ein Ritual, Krankheiten zu behandeln, in dem der Birnbaum eine große Rolle spielte.

Nun führte uns Frau Labahn vorbei am Heimatmuseum, das sehr sehenswert war, zum Strand, zu den Wahrzeichen Warnemündes, dem „Leuchtturm“ und dem „Teepott“. Der ca. 34 Meter hohe Leuchtturm kann bestiegen werden und bietet eine herrliche Aussicht über den Ort und den breiten, feinsandigen Strand. Der Teepott wurde 1968 von Bauingenieur Ulrich Müther gebaut. Das Gebäude besticht durch seine gewölbte Dachkonstruktion. Der Name „Teepott“ stammt noch vom Vorgängerpavillion. Ostsee ua 152

Im „Teepott“ befinden sich Restaurants und ein Cafe. Hinter diesem Ensemble beginnt der berühmte Sandstrand. Hier befinden sich auch das Fünf-Sterne-Hotel Neptun und das Kurhaus.

Anschließend bekamen wir Zeit zur freien Verfügung für einen Imbiss (z.B. die herrlichen Fischbrötchen) und einen Spaziergang am Sandstrand und einen Besuch des Heimatmuseums.

Um 13 Uhr trafen wir uns  am Bus zur Weiterfahrt nach Kühlungsborn, vorbei an Bad Doberan, entlang der Mecklenburger Bucht.

Kühlungsborn besteht aus zwei Orten (Kühlungsborn-Ost und Kühlungsborn-West). Beide Orte sind mit der längsten Strandpromenade Deutschlands verbunden. Der Bus hat uns in Kühlungsborn-Ost abgesetzt. Hier hatten wir den restlichen Nachmittag zur freien Verfügung. In der autofreien Promenade konnten wir die schöne, historische Bäderarchitektur bewundern. Die vielen Geschäfte luden zum Einkaufen ein. Bei herrlichem Sonnenschein ließen wir es uns in einem Straßencafe bei Kaffee und Kuchen gut gehen. So gestärkt haben wir noch einen Spaziergang an der Strandpromenade unternommen und haben die Sonnenbadenden in den Strandkörben bewundert, denn mittlerweile war es schon sehr kühl und windig.

Ostsee ua 156Bei Kühlungsborn sind noch zu erwähnen: die Schmalspurbahn, das sind Dampfzüge der Mecklenburgischen Bäderbahn, genannt „Molli“. In Kühlungsborn ist auch das Molli-Museum beheimatet.

Um 17 Uhr trafen wir uns am Bus. Zuvor besuchten wir eine in der Nähe gelegene kleine katholische Kirche mit wunderschönen bunten Glasfenstern. Vor der Abfahrt wurden wir mit Likör und Schnaps erwärmt und gestärkt und traten frohgemut die Rückreise zum Hotel Sonne in Rostock an.

Das Abendessen haben wir in der urigen Gaststätte „ Zur Kogge“ eingenommen. Ostsee ua 183Ostsee ua 182

In diesem Zusammenhang möchten wir uns noch ganz herzlich für die gute Betreuung durch den Vorstand des Landfrauenvereins Schorndorf bedanken, die immer für unser seelisches und leibliches Wohlergehen besorgt waren. Die Reiseleiterin Christiane  mit ihrer stets fröhlichen Art hat uns mit ihren interessanten und umfassenden Vorträgen ganz in ihren Bann gezogen.

Leider mussten wir am nächsten Tag von der Ostsee Abschied nehmen, die wir bei herrlichem Sonnenschein und stets fröhlichen Mitreisenden erleben durften. Jedoch erwarteten uns weitere zwei schöne Tage.

Paula Hildenstab

 

Tag 5 – Donnerstag, 12.05.16 – Waren an der Müritz und Schlossinsel Mirow

Heute heißt es Abschied nehmen von Rostock. Wir fahren bei schönstem Wetter ab – noch ein letzter Blick auf die Warnow – und es geht weiter in Richtung Müritz, in das Städtchen Waren. Keine Wolke am Himmel; wir kommen zügig voran – vorbei an den endlos scheinenden gelben Rapsfeldern, die direkt den Horizont berühren, links und rechts der Autobahn.

Über Nacht wurde unser Autobus wegen eines Kupplungsschadens ausgetauscht, damit die Fahrt weitergehen kann.

Um 9.20 Uhr verlassen wir die Autobahn in Richtung Mecklenburger Seenplatte. Wir fahren wieder durch eine dieser schönen, für das Land typischen Alleen und sind um 10 Uhr pünktlich in Waren, wo wir von unserem Stadtführer abgeholt werden. Ostsee ua 188

Waren, seit 1920 Kreisstadt, ein hübsches Städtchen mit ca. 21.000 Einwohnern, wurde erstmals 1263 erwähnt und ist eine Ackerbürgerstadt, die früher bis auf 12 Häuser abgebrannt war. Teilweise wurden die Fassaden der Häuser mit französischer Illusionsmalerei versehen. Die St. Marienkirche sticht durch einen Schwan als Wetterfahne hervor. Dazu gibt es ein Zitat von Jan Hus (auf deutsch Gans), der gesagt haben soll „Eine Gans wird gehen, ein Schwan wird kommen“, was Luther ca.100 Jahre später aufgegriffen hat. Auf dem Marktplatz der Springbrunnen in Form einer Weltkugel repräsentiert die Umgebung von Waren aus Wasser, Wald, Landschaft und Obst.

In Waren ist die Produktion der weltweit größten Schiffspropeller mit einem Durchmesser von 11 Metern und einem Fertiggewicht von 131 Tonnen angesiedelt.

Wir erreichen den Hafen entlang der schönen Seepromenade. Wo früher die Bahngleise entlang führten, ist heute nichts mehr zu sehen. Ostsee ua 198Um 11.30 Uhr fährt unser Schiff von Waren nach Röbel über den Müritzsee, mit 117 qkm Deutschlands größter Binnensee. Den See könnte man auch mit 280 km mit dem Fahrrad umfahren.

In Röbel steht schon unser Bus abfahrbereit und wir erreichen um 13.30 Uhr Mirow mit seiner bekannten Liebesinsel.
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Mirow wurde 1227 erstmals erwähnt und gehörte zu dem Herzogtum Mecklenburg-Strelitz, aus dem drei berühmte Königinnen abstammen. Die zahlreichen Bäume auf der Schlossinsel Mirow sind voll mit Nestern der „schützenswerten Singvögel“ (Krähen). Man hört auch nichts anderes als kräh…, kräh…., kräh. Vom Kirchturm der Schlossinsel hat man einen wundervollen Blick auf den Mirowsee und die liebliche Umgebung. Den Aufenthalt bis 15.30 Uhr nutzen viele für eine Tasse Kaffee.

Ostsee ua 221Auf der Weiterfahrt nach Berlin fallen um 16.15 Uhr erste Regentropfen und um 18 Uhr kommen wir bei unserem Seehotel Zeuthen, nahe Berlin im Landkreis Dahme-Spreewald an, wo wir ein letztes Mal übernachten. Wieder eine Unterkunft mit vorzüglichem Büfett, das wir ausgiebig genießen.

Barbara HentschkeOstsee ua 219

 

 

 

 


Tag 6 – 13.05.16 –
Wittenberg und Heimfahrt

Nach nochmaligem Luxusfrühstück bei Sonnenschein, blauem Himmel und Seeblick im Hotel Zeuthen, brachen wir frohgelaunt zur Heimreise auf. Unser nächstes Ziel war Wittenberg, nur 115 km weiter, das im nächsten Jahr zum Lutherjubiläum noch mehr ins Blickfeld rücken wird.

Ostsee ua 224In zwei Gruppen begann unsere Führung bei der berühmten Schlosskirche. Die Türe, an der Luther seine 95 Thesen anschlug, war nicht mehr original. Bei einem Brand wurde die Kirche größtenteils zerstört. Auf dem 88 Meter hohen Turm prangt in großen Lettern die Textzeile  des bekannten Lutherliedes “Ein feste Burg ist unser Gott“. Luther und Melanchthon waren im Bogen über der Türe zu sehen. Kurfürst Friedrich der Weise stiftete die Kirche der Universität und so wurden darin Vorlesungen gehalten und die mündlichen Examen der Doktoranten vorgenommen. Auch Luther erhielt dort seinen Doktortitel. Da diese Prüfungen nur mündlich abgehalten wurden, gibt es darüber keine Aufzeichnungen. Martin Luther und Philipp Melanchthon sind dort auch begraben. Unsere Führerin, Frau Schulz erzählte anschaulich über das Leben in Wittenberg im 16. Jahrhundert.

Auch vom schwäbischen Pfarrer und Mathematiker Michael Stifel aus Lochau, der den genauen Zeitpunkt des Weltuntergangs im Jahre 1533 berechnete. Die Bevölkerung richtete sich darauf ein, bestellte keine Äcker mehr, verkaufte teilweise Hab und Gut und traf sich am besagten Tag auf dem Marktplatz, um das Ereignis gemeinsam abzuwarten. Es tat sich aber nichts. Er sollte mit Schimpf und Schande davongejagt werden, aber Martin Luther schützte ihn, nahm ihn in Schutzhaft und gab ihm dann die Pfarrstelle Lochau, samt der verwitweten Frau des Vorgängers. Ostsee ua 230

Weiter ging es zur Wirkungsstätte der Maler Lukas Cranach der Ältere und seines Sohnes, Lukas Cranach des Jüngeren in die Cranachhöfe. Unsere Führerin, Frau Schulz, berichtete anschaulich und mit Anekdoten versehen über ihr Leben und die damalige Zeit. Lukas Cranach d.Ä. gründete eine Malerwerkstatt in der er mehrere Maler beschäftigte und so auch viele Aufträge annehmen konnte. Er verdiente sehr gut damit und seine Bilder hatten schon damals einen hohen Wiedererkennungs-wert. Er war ein schneller Maler und benutze bereits Schablonen. Dazu malte er z.B. Bilder, auch Akte, ohne Köpfe, die er dann je nach Bestellung mit dem Kopf auf den entsprechenden Körper versah, so waren die Bestellungen dann sehr schnell fertig. Er fertigte auch die Illustrationen für Luthers erste Bibel. Außer der Malerwerkstatt betrieb er noch eine Druckerei, war Verleger und zusätzlich noch Bürgermeister. Fast ein halbes Jahrhundert wirkte er in Wittenberg.

Er heiratete und baute ein großes Haus für seine vielen Kinder, erwarb das Privileg für die einzige Apotheke, sowie für einen Wein- und Bierausschank. Die Apotheke befand sich im Erdgeschoss seines Hauses. Er versuchte seine Kinder gut zu verheirateten, sogar Goethe soll zu den Nachfahren gehören.

Danach besichtigten wir noch den großen Platz mit dem Rathaus und den beiden Denkmalen für Luther und Melanchthon. Das schöne Barock-Rathaus wurde bereits zu Luthers Zeiten fertiggestellt. Auf dem Platz wurden Frauen als Hexen verbrannt, oder gerädert, Verbrecher „gesäckelt“, d.h. in einen Sack gesteckt und ins Wasser geworfen.

Ostsee ua 227Hier haben wir unsere Führerin mit großem Lob verabschiedet. Auf ihren Rat hin besichtigten wir noch die Stadtkirche St. Marien, sie war die Predigtkirche Luthers und Melanchthons. Martin Luther hielt dort den ersten evangelischen Gottesdienst und das erste Abendmahl in Form von Brot und Wein, es war die Kirche der Reformatoren. Bedeutend auch der Reformationsaltar von Lukas Cranach. Es blieb noch etwas Zeit, um auf eigene Faust Wittenberg zu erkunden und um 13.00 Uhr fuhren wir weiter Richtung Heimat. Nach problemloser Fahrt gab es noch ein gemeinsames Abendessen im noblen Hotel Sonne in Neuendettelsau. Frisch gestärkt und gut gelaunt fuhren wir um halb 8 Uhr los und kamen 2 Stunden später glücklich und zufrieden über eine so schöne und erlebnisreiche Reise in Schorndorf an. Unterwegs gab es noch ein großes Lob für unseren Fahrer und unsere beiden Reiseleiterinnen, Helga und Rose, die alles so gut vorbereitet, uns wunderbar begleitet und vor allem das traumhafte Wetter mit Wärme, Sonnenschein und blauem Himmel bestellt hatten.

Nochmals herzlichen Dank an die Beiden!

Waltraud Knauß

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