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Szenische Lesung in lauschiger Kulisse

Im Rahmen des städtischen Veranstaltungsreigens zum Jahr des „Armen Konrad“ haben die Schorndorfer LandFrauen zu einer Szenischen Lesung geladen, die unter freiem Himmel und in lauschiger Kulisse „Im Sack“ stattgefunden hat. Basis war der historische Roman „Die Silberdistel“ von Petra Durst-Benning, der vor dem Hintergrund der Ereignisse um den Geheimbund vor 500 Jahren und der Machenschaften von Herzog Ulrich ein bewegendes Frauen- und Familienschicksal behandelt.

Treff- und Ausgangspunkt für diesen szenischen Leseabend war die Gedenktafel am Stadtmuseum, wo Verena Siemon in das Thema einführte und die Namen der zehn Aufständischen und in Schorndorf Hingerichteten verlas. Danach wiesen drei Landsknecht-Trommler dem zahlreich interessierten Publikum eindrücklich den Weg zur stimmungsvollen Spielstätte im Freien, die von den LandFrauen hinten „Im Sack“ bäuerlich einfach und passend zum Thema – u.a. mit Strohballen als Sitzgelegenheiten – ausgestaltet wurde. Hier warteten bereits einige einladend in langen Röcken und Hauben und mit geschmierten Butter- und Schnittlauchbroten sowie Mostschorle auf die Gäste, die sich sogleich der beschaulichen Atmosphäre in diesem versteckten städtischen Winkel hingaben. Die entsprechend gewandeten und barfüßigen drei Vorleserinnen zogen das Publikum alsbald mit ihren ganz unterschiedlichen Parts – mehrmals unterbrochen vom schaurig-schönen Trommelwirbel – in den Bann der spannend beschriebenen Ereignisse, die sich zwischen Ausbeutung und Überlebenskampf des ungestümen Bauern Jerg und seiner Familie am Rande der Schwäbischen Alb abspielten. Es begann mit den streng geheimen Bedingungen und Gefahren, die mit der Aufnahme der Aufständischen in den Geheimbund verbunden waren, die die Autorin detailreich zu beschreiben wusste, und endete nach schweren Kämpfen und unerbittlichen Niederlagen dennoch mahnend mit leiser Hoffnung.

Unter der gekonnten Regie von Verena Siemon verstanden es die drei jungen LandFrauen Sandra Jahnke, Monika Knappenberger und Miriam Krauß, sich in Geschichte und Romanfiguren einzufühlen, die Szenerie zu vermitteln und eine gewisse Spannung unter den Zuhörern zu erzeugen. Sie hatten sich intensiv eingelesen, trafen sich zum mehrmaligen Proben, auch zusammen mit den Trommlern Jürgen Rühle, Daniel Betz und Oliver Burg, die sich vom Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Schorndorf für diese besondere Sache begeistern ließen und im zeitgemäßen Gewande eine ebenso hervorragende Figur machten wie die Vorleserinnen. Eine gelungene Veranstaltung der LandFrauen mit fast 80 Besuchern, die die dramatischen Ereignisse vor 500 Jahren aus einem anderen Blickwinkel veranschaulicht und verständlich gemacht haben.

 

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